Archiv für August, 2008

Reibers erster Konkurrent um den Chefsessel

Da waren es schon zwei: Nach Amtsinhaberin Petra Reiber hat jetzt auch Joachim Schweitzer seine Kandidatur für den Bürgermeisterposten der neuen Großkommune erklärt. Seine Visitenkarte: Ex-Bürgermeister von List und Führungskraft in Reibers derzeitiger Stadtverwaltung.

Westerland

Mit der politischen Diskussion darüber, wer nach der Fusion als Beauftragter die Geschäfte der neuen Großkommune führen soll, wurde vor zehn Tagen in der Stadtvertretung quasi der Wahlkampf um den Bürgermeisterposten eröffnet. Die CDU-Fraktion sprach sich geschlossen gegen Amtsinhaberin Petra Reiber aus, da ihr das Amt der Beauftragten in der dreimonatigen Übergangszeit bis zur Wahl von Kommunalparlament und Bürgermeister einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern verschaffen würde.

Logische Schlussfolgerung: Die seit 17 Jahren amtierende, parteilose Petra Reiber wird auf jeden Fall mit einem CDU-Gegenkandidaten rechnen dürfen. Zwar haben sich die Westerländer Christdemokraten noch nicht entscheiden, wen sie unterstützen werden, ein potenzieller CDU-Kandidat hat jetzt jedoch seine Kandidaturabsichten bestätigt.

Auf Nachfrage erklärte Joachim Schweitzer gestern: „Ja, ich würde gerne Bürgermeister werden und traue mir die Aufgabe absolut zu.“ Derzeit ist der 49-jährige Diplom-Verwaltungswirt kaufmännischer Leiter des stadteigenen Kommunalen Liegenschaftsmanagements (KLM) sowie Chef der Westerländer Bauverwaltung – Reiber also seine Vorgesetzte.

Von 2003 bis Ende 2005 war Schweitzer zudem ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde List, deren aktuellen Aufschwung (Hafen-Umgestaltung, Amtsanschluss, Erlebniszentrum etc.) er maßgeblich mit in die Wege geleitet hat. „Meine Stärken liegen sicher in der Organisation und der Schaffung neuer Strukturen“, sagt Schweitzer, der wie Reiber ein erklärter Fusionsbefürworter ist („ich würde List empfehlen, sich der Fusion zum 1. Januar anzuschließen“) – und, was viele nicht wissen, einer der Mit-Initiatoren der Initiative „Bürger für Sylt als Einheit“.

Eine der Hauptaufgaben des künftigen Verwaltungschefs sieht er darin, gemeinsam mit den Gremien eine Entwicklungsplanung für die einzelnen Ortsteile zu erarbeiten, um so auch die Ängste vor einer Fremdbestimmung durch ein neues großes Parlament zu nehmen. „Für mich ist es immer reizvoll, wenn ich Dinge nach vorne bringen kann, so wie in den drei Jahren in List.“

Ob er mit der Unterstützung der CDU rechnen kann, weiß auch Schweitzer noch nicht, würde aber wohl auch ohne diese Hilfestellung antreten. Seine Karten scheinen jedoch nicht schlecht zu stehen, da vieles darauf hindeutet, dass der seit Jahren als potenzieller Reiber-Herausforderer geltende CDU-Stadtrat Carsten Kerkamm wie schon vor fünf Jahren von einer Kandidatur absehen wird. Mit weiteren Kandidaten – ob aus dem Sylter-Osten oder von auswärts – dürfte jedoch zu rechnen sein.

Quelle Sylter Rundschau, 23.08.2008

Erstellt am Samstag 23. August 2008
Unter: Presse | Keine Kommentare »

Fusion: Vertrauensbeweis für Reiber

Die Mehrheit der Westerländer Stadtvertretung plädiert dafür, dass Bürgermeisterin Petra Reiber als Beauftragte eingesetzt wird, um die Geschäfte der fusionierten Kommune bis zur Wahl von Kommunal- parlament und Bürgermeister zu führen. Die CDU lehnt Reiber für dieses Amt ab, da es ihr einen entscheidenden Startvorteil gegenüber anderen Bewerbern für den Bürgermeisterposten verschaffen würde.

Westerland

Wenn zum 1. Januar die Westerland, Sylt-Ost und eventuell auch Rantum fusionieren, wird die übliche „Gewaltenteilung“ von Verwaltung und Selbstverwaltung vorübergehend aufgehoben. Bis zur Neuwahl von Parlament und Bürgermeister (voraussichtlich am 29. März) werden die Interessen der Kommune von einem durch den Landrat bestellten Beauftragten vertreten. Die Frage, wen die Westerländer Stadtvertretung für diese Aufgabe vorschlägt, wurde am Mittwochabend zu einer ersten Machtprobe zwischen der CDU und den seit der Wahl im Mai erstarkten kleinen Parteien.

Als größte Fraktion stellte die CDU den Antrag, dem Landrat einen der beiden büroleitenden Beamten von Stadt- oder Amtsverwaltung als Beauftragten vorzuschlagen. Als Begründung führte Wolfgang Jensen an, das Bürgermeisterin Petra Reiber bereits ihre erneute Kandidatur für das Amt angekündigt habe und man Zweifel an einer „unvoreingenommenen Amtsführung“ habe, wenn es keine Selbstverwaltung gibt. Anders ausgedrückt: Das Amt als allein verantwortliche Beauftragte könnte Petra Reiber im Bürgermeister-Wahlkampf einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern verschaffen.

Bewerbern, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch aus den Reihen der Westerländer CDU kommen oder auf deren Unterstützung zählen könnten. Ob sich CDU-Stadtrat Carsten Kerkamm diesmal zur Kandidatur entschließen wird oder die Partei einen anderen namhaften Kandidaten ins Rennen schickt, ist noch offen. Fest steht jedoch nicht erst seit Mittwoch, dass es eine CDU-Unterstützung für Reiber keinesfalls geben wird.

Zwar noch nicht als offizielle Wahl-Empfehlung, aber doch als Vertrauensbeweis darf die seit 14 Jahren amtierende Bürgermeisterin das Votum der übrigen Fraktionen für ihre Bestellung zur Beauftragten sehen. Auch wenn Ursula Lunk-Lorek (SWG) ohne nähere Erläuterung Zweifel daran äußerte, ob sich Reiber „damit einen Gefallen tut“. Mit 14:10 Stimmen stimmte die Vertretung dafür, die Bürgermeisterin als Beauftragte und den Sylt-Oster Büroleiter Joachim Rück als deren Stellvertreter vorzuschlagen. Dem CDU-Argument der mangelnden Chancengleichheit hielt SPD-Fraktionschef Uwe Tiedjen entgegen, dass jeder Bürgermeister, der wieder kandidiere, einen Startvorteil habe.

Petra Reiber selbst schaltete sich nur einmal in die Debatte ein. Sie kündigte an, im Falle ihrer Beauftragung, die bisherigen Vertreter beider Kommunen regelmäßig zu informieren und sich die Repräsentationsaufgaben mit beiden Bürgervorstehern zu teilen.

Quelle Sylter Rundschau 15.08.2008

Erstellt am Montag 18. August 2008
Unter: Fusion | Keine Kommentare »