Archiv für Januar, 2009

Cordes stellt “Wahlkampfmanager” kalt

Zu aggressiv und polemisch: Bürgermeisterkandidat folgt der Aufforderung des CDU-Vorstandes

Der Wahlkampf hat offiziell noch nicht einmal angefangen, da gibt’s schon die ersten Turbulenzen. Um sich weiterhin die Unterstützung der CDU zu sichern, distanzierte sich Bürgermeisterkandidat Robert Cordes aus Kiel von dem offenbar selbsternannten Sylter “Wahlkampfmanager” Rüdiger Mörsch. Anlass war dessen Leserbrief (SR v. 19. 1.), in dem der Tinnumer Mörsch scharfe Töne gegen Cordes’ Mitbewerberin und Amtsinhaberin Petra Reiber sowie die Sylter Wählergemeinschaft (SWG) angeschlagen hatte und dabei nach Ansicht der CDU weit übers Ziel hinaus geschossen war.

Mörsch warf Reiber darin Unredlichkeit und die Verantwortung für ein defizitäres “Discount-Aquarium” vor, bescheinigt Westerland eine “marode Jugendpolitik” sowie eine Erstarrung in der “Juristerei aus dem Rathaus”. Die SWG bezeichnete Mörsch als Sammelbecken Unzufriedener ohne gesellschaftspolitische Grundwerte, politisches Format und Intellekt.

Ein Stil, von dem sich der CDU-Vorstand nicht nur gegenüber Cordes, sondern auch öffentlich umgehend distanzierte. “Aggressivität und Polemik ist nicht unser Stil. Auch wenn es Äußerungen eines Einzelnen sind, fällt es doch auf die Partei zurück”, betonte Westerlands CDU-Chef Wolfgang Jensen gegenüber der Sylter Rundschau. Er appellierte an alle Parteien und Bewerber, fair miteinander umzugehen. In einer Pressemitteilung verweist der CDU-Vorstand ausdrücklich auf die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den Verwaltungen und Tourismusbetrieben, die man “unabhängig von den jeweils Handelnden” auch künftig fortsetzen wolle. Man setze auf Sachthemen und nicht auf Diffamierung von Personen.

Nach Informationen der Sylter Rundschau hatte der Vorstand der CDU Sylt den Bürgermeisterkandidaten Robert Cordes ultimativ aufgefordert, sich von seinem “Wahlkampfmanager” zu trennen, andernfalls würde man Cordes nicht weiter unterstützen. Der Hotel- und Gastronomie-Berater und Chef der Kieler CDU-Ratsfraktion teilte den Sylter Parteifreunden daraufhin mit, künftig auf die Unterstützung von Mörsch zu verzichten. Der Sylter Rundschau sagte Cordes gestern, dass Mörsch nie sein Wahlkampfmanager gewesen sei und er auch keine Kenntnis von dessen Schreiben gehabt habe. “Er hat mir seine Unterstützung angeboten, weil er ein paar Leute auf der Insel kennt, und einige Termine für mich gemacht. Deshalb glaubte er offenbar, er sei so etwas wie ein Wahlkampfmanager.” Diese Funktion werde auf Sylt von Uwe Dau wahrgenommen.

Quelle Sylter Rundschau 23.01.2009

Erstellt am Freitag 23. Januar 2009
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