Eklat unter Wahlkämpfern: Reiber sperrt Cordes aus “Hausherrin” untersagt CDU-Bürgermeisterkandidat Teilnahme an Ortstermin
Sylt
Bei einem Ortstermin zur Besichtigung des mittlerweile im kommunalen Besitz befindlichen Fliegerhorstes durch Vertreter von Verwaltung, Politik und Wirtschaft ist es gestern zu einem Eklat zwischen der beauftragten Bürgermeisterin Petra Reiber und ihrem Mitbewerber Robert Cordes gekommen.
Von Mitgliedern der CDU, die seine Kandidatur für den Bürgermeister-Posten unterstützt, war der Kieler über den Termin informiert worden. Cordes hielt es für eine gute Gelegenheit, sich über ein wichtiges kommunalpolitisches Thema zu informieren und erschien gestern Mittag gemeinsam mit den CDU-Vertretern am Treffpunkt. Eine Idee, von der Petra Reiber alles andere als begeistert war. Als “Hausherrin” versagte sie ihrem Konkurrenten die Teilnahme an dem Ortstermin mit dem Hinweis, dass es sich nicht um einen Wahlkampftermin, sondern um eine verwaltungsinterne Angelegenheit handele.

Während einige CDU-Politiker über Reibers Verhalten höchst empört waren, nahm Cordes die Aussperrung eher verwundert hin: “Ich finde das Verhalten von Frau Reiber sehr unsouverän. In Kiel haben wir auch OB-Wahlkampf und dort hat jeder Bewerber das Recht und die Chance, sich zu informieren.” Reibers Argument, dass sie dann alle Mitbewerber hätte einladen müssen, hielt er entgegen, dass sich die beiden anderen Mitbewerber ja ebenso wie er über solche Termine hätten informieren können. “Ich wollte mir nur ein Bild von dem Gelände machen, über dessen Zukunft sicher noch oft diskutiert werden wird – mir war nicht bewusst, dass es ein Hochsicherheitstrakt ist.”
Cordes’ Wunsch nach Information wird auch von Petra Reiber prinzipiell begrüßt. Ein Termin, bei dem es auch um hoch sensible Themen gehe, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien, sei dafür jedoch der falsche Ort. Reiber: “Außerdem hätte ich erwartet, dass sich Herr Cordes zu dem Termin bei mir anmeldet, um so etwas vorab zu klären. Das ist für mich eine Frage von gutem Stil und der Einhaltung von Spielregeln und hat nichts mit meiner oder seiner Kandidatur zu tun.”
Sylter Rundschau 18.02.2009
Dienstag 24. Februar 2009 um 9:28
Unsouverän
Die Beauftragte, Frau Reiber, lädt zahlreich zur Besichtigung des Kasernengeländes ein. Unter anderem vormalige Politiker, derzeit ohne Mandat, Mitarbeiter der Verwaltung, Mitglieder des Vereins Sylter Unternehmer und der Pastor der dänischen Gemeinde nahmen an der Veranstaltung teil. Der Bürgermeisterkandidat Robert Cordes möchte sich informieren, da er auf mehreren Veranstaltungen nach dem Fortgang des Kasernengeländes gefragt wurde. Frau Reiber verweigert ihm den Zutritt mit der Begründung, es handelt sich um eine verwaltungsinterne Veranstaltung.
Nach dem „öffentlichen Teil“ fand ein vertraulicher Teil statt, zu dem die Mitglieder der Sylter Unternehmer die Veranstaltung verließen. Warum dürfen ehemalige ehrenamtliche Politiker ohne Amt und Mitglieder der Sylter Unternehmer (was sehr zu begrüßen ist) an einer angeblichen verwaltungsinternen Veranstaltung teilnehmen und ein Bürgermeisterkandidat nicht. Warum durfte Herr Cordes am „öffentlichen Teil“ nicht teilnehmen? Gemeinsam mit den Sylter Unternehmer hätte er zum nicht öffentlichen Teil die Veranstaltung verlassen. Mangelnde Souveränität ist die Antwort.
Dienstag 24. Februar 2009 um 10:02
Muffensausen?
Es ist schon sehr übertrieben, wie die Genossen reagieren. Frau Reiber ist natürlich im Recht, wenn sie Herrn Cordes an der Besichtigung des Fliegerhorstes nicht teilnehmen lassen will. Es war ihre Entscheidung als beauftragte Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt.
Ein bisschen mehr Entgegenkommen hätte ihr aber schon gut zu Gesicht gestanden. Was vergibt sie sich, bei gleichzeitiger Teilnahme von vier Mitgliedern der Sylter Unternehmer, einem Bürgermeisterkandidaten einen Überblick über Gegebenheiten der Gemeinde Sylt zu verschaffen? Doch ein bisschen „Muffensausen“ bekommen? Die Plattform, die der Landrat des Kreises ihr als Beauftragte der Gemeinde Sylt gegeben hat, lässt alle anderen Kandidaten irgendwie „im Regen stehen“; ist das gelebte Demokratie? Ich hoffe auf eine Stichwahl!
Dienstag 24. Februar 2009 um 10:03
Fragwürdig
Es ist für einen Außenstehenden ja kaum zu glauben mit welcher Selbstverständlichkeit die beauftragte Bürgermeisterin jede Gelegenheit im Amt nutzt, um sich selbst in Szene zu setzen, obwohl sie sich während ihrer, sicherlich gut bezahlten Arbeitszeit, zu äußerster Neutralität verpflichtet fühlen sollte.
Dabei sollte die beauftrage Bürgermeisterin doch um so sensibler sich verhalten, da sie sich ja selbst im Wahlkampf befindet. Aber davon keine Spur. Anstatt ihre Mitbewerber zur Besichtigung der für die Zukunft so wichtigen Liegenschaften einzuladen, wird Robert Cordes unter Zuhilfenahme des in diesem Falle äußerst fragwürdigen Hausrechtes an der Besichtigung des Flughafengeländes, der Sportanlagen sowie den Werkstätten der Lebenshilfe gehindert. Die Anlagen sind üblicherweise täglich für jeden frei zugänglich. So ein Verhalten kann man schlechten Stil nennen oder Amtsmissbrauch. Wie will die Beauftrage begründen, warum eine Abordnung der Unternehmerschaft als willkommen behandelt wurde, der Kandidat einer großen demokratischen Partei aber brüsk vor das Tor gesetzt wurde?