Der Eine ist es schon, der Andere will es noch werden: Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust leistete am Sonnabend bei einem Geschäftsbummel durch die Westerländer Friedrichstraße CDU-Wahlkampfhilfe für den Kieler Robert Cordes, der am 29. März Bürgermeister der neuen Gemeinde Sylt werden will.
Eine Shopping-Tour der etwas anderen Art stand am Sonnabend auf dem Programm des CDU-Bürgermeisterkandidaten Robert Cordes. Der Wirtschaftsexperte (selbstständiger Berater und Sachverständiger für Hotellerie und Tourismus) und Kommunalpolitiker aus Kiel nutzte das Wochenende, um sich über die Stimmungslage der Geschäftsleute in der Innenstadt zu informieren und sich bei ihnen bekannt zu machen.
Unterstützung erhielt Cordes (52) dabei von dem prominenten und mit der Insel gut vertrauten Parteifreund Ole von Beust. Und Hamburgs Erster Bürgermeister (hat seit langem eine Ferienwohnung in Westerland) zeigte sich beim Treffen an der Wilhelmine auch gleich bestens informiert – über den etwas holprigen Wahlkampfauftakt von Cordes (wir berichteten) ebenso wie über die Keitum-Therme („ihr habt die Therme, wir die Elbphilharmonie“).

Unter Führung des langjährigen Westerländer Stadtvertreters Kay Abeling zog der kleine CDU-Tross eineinhalb Stunden lang durch die City und stattete vier Inhaber-geführten Geschäften einen Besuch ab. Von Oliver Boettiger (H.B. Jensen) wurde Cordes vor allem auf das Parkplatzproblem und die große Anzahl von Filialisten in der Innenstadt aufmerksam gemacht. Boettiger: „Die Stadt betreibt bisher eher eine Parkplatz-Vernichtung, dabei wollen gerade die konsumbereiten Kunden am liebsten mit dem Auto direkt vors Geschäft fahren.“ Er plädierte dringend für ein Investoren-finanziertes Parkhaus auf dem Habsburg-Grundstück.
Skeptisch gab sich neben Boettiger auch Karl Max Hellner (Hellner Moden) auf Cordes Nachfrage zu den Chancen von PACT-Initiativen, die die gesetzlichen Möglichkeit bieten, alle Grundeigentümer eines Bereiches an den Kosten gemeinsamer Maßnahmen wie der Weihnachtsbeleuchtung oder eines Stadtfestes zu beteiligen. Hellner: „Dazu ist die Uneinigkeit in der Innenstadt zu groß, das sieht man schon an den völlig uneinheitlichen Öffnungszeiten.“
Robert Cordes nahm bei seinem City-Bummel – zu dem auch Besuche bei Barbara und Sandro Beitz (Uhren), der Sylt-Apotheke von Susanne Behrens und McDonald’s-Pächter Harald Franz gehörten – aber nicht nur die Probleme der Geschäftsinhaber zur Kenntnis, sondern auch die prinzipielle Zufriedenheit des touristisch geprägten Handels, bei dem von Krisenstimmung noch nichts zu spüren ist.
Als Fazit nahm der Kandidat die Erkenntnis mit, dass die Kommunikation zwischen der Verwaltungsspitze und der Unternehmerschaft verbesserungswürdig sei. Cordes: „Als Bürgermeister sehe ich mich auch als Wirtschaftslotse für die Unternehmer. Hier kann ich mit meiner Erfahrung aus Kiel neue Impulse geben und für mehr Dienstleistungsorientierung und Servicequalität der Verwaltung sorgen. Als Bürgermeister werde ich garantiert alle Unternehmer persönlich kennen.“
Damit es dazu kommen kann, müssen zunächst jedoch die Sylter Robert Cordes kennen lernen. Am Sonnabend schlug ihn Ole von Beust in Sachen Popularität noch um Längen. Und bekannte freimütig: „Wenn es in Hamburg mal keinen Spaß mehr macht, bewerbe ich mich als Bürgermeister auf Sylt. Das wäre für mich die schönste Alternative.“
Quelle Sylter Rundschau, 09.02.2009